Adolf Kraßnigg - Tibet Terrier wohin?
Das E - Book - Tibet Terrier wohin - kommentiert aus meiner Sicht, Teil 3,
basierend auf eigenen Erfahrungen als Tibet Terrier Züchter.

Inhalt des E - Books BARF und PONNYSCHNEIDEN

Kaum ein Thema löst unter Hundebesitzern mehr Emotionen aus,
als BARF.
Der Begriff stammt aus dem englischen Sprachraum
und bedeutet in die deutsche Sprache übersetzt:

Biologisches artgerechtes rohes Futter
bzw. Biologisch artgerechte Rohfütterung.

Die Herkunft dieser Art der Ernährung ist bei Wikipedia nachzulesen.

(https://de.wikipedia.org/wiki/Barf)

Die Diskussion der Gegner und Befürworter nimmt zum Teil militante Formen an
an der ich mich hier eigentlich nicht beteiligen möchte.
Ich werde hier lediglich einige Bedenken meinerseits darlegen!

Wenn ich den Gedanken von Nadine Nemeth folgen würde, hätte ich als Züchter
den ganzen Tag damit verbracht, alles in ihren Rezepturen benötigte einzukaufen,
oder in entsprechenden Shops zu bestellen,
damit es mir geliefert wird.

Ich müsste entsprechende Lagermöglichkeiten besitzen,
Tiefgefrorenes auftauen, Gekühltes auf Fütterung gerechte Temperatur bringen,
jeden Hund das ihm gehörende Futter in der passenden Rezeptur,
auch mengenmäßig aufbereitet bereitstellen.
Danach die benutzten Gegenstände säubern.
Das Ganze könnte ja für einen Hund noch möglich sein,
das will ich vom ZEITAUFWAND her nicht in Abrede stellen!

Wie soll das aber bei Züchtern funktionieren, die alleinstehend sind,
die mehrere verschieden alte Hunde versorgen müssen?
Die Welpen besitzen, die kurz vor der Abgabe stehen?
Einen Wurf an die angereisten neuen Besitzer übergeben?

Sich allein um den eigenen Haushalt kümmern müssen?
(Einkäufe, Kochen, Saubermachen, Wäsche usw. usf...)
Alle Arbeiten am Zustand des Hauses, des Grundstücks, des Gartens und der Wiese
selbst erledigen müssen?
Von Arztbesuchen, Behördengängen und dem damit verbundenen Zeitaufwand
will ich gar nicht erst reden!

Oder falls aus v. g. Personenkreis jemand mal selbst erkrankt?

Es soll genügen, hier nicht noch mehr Argumente aufzuzählen,
wenn nur vom erforderlichen ZEITAUFWAND gesprochen wird.

Für mich und die Züchter aus vorgenannten Personenkreis
ist das ein wichtiges Argument gegen das BARFEN.

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Die gesunde ERNÄHRUNG des Tibet Terriers
ist von einer Vielzahl weiterer Faktoren abhängig.

Wie z.B. Alter, Aktivitätsniveau, körperlicher Konstition und ob Ihr Hund kastriert ist oder nicht.
Ist Ihr Hund jünger als 2 Jahre und noch im Wachstum?
Dann auch vom aktuellen Gewicht und vom erwarteten Gewicht.

Spätestens mit dem Aufkommen des BARF - Futters achten Hundehalter
vermehrt auf den prozentualen Anteil von Fleisch im Futter.
Die Idee dahinter ist:

Je mehr Fleisch, desto besser.

Allerdings ist auch dies nur die halbe Wahrheit.
Der Hund muss das Fleisch und die dort enthaltenen Proteine schließlich auch verwerten können.
Achtet man nicht auf eine ausgewogene Ernährung und füttert pflanzliche Komponenten bei,
kann der Proteinüberschuss z. B. die Nieren des Hundes schädigen.

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ROHES FLEISCH, ROHER FISCH und ROHE EIER?

Salmonellen

Salmonellen sind kleine, stäbchenförmige Bakterien.
Ihr natürlicher Lebensraum ist der Magen-Darm-Trakt von verschiedensten Tieren.
Die Bakterien sind wahre Überlebenskünstler.
Sie vermehren sich bei Temperaturen von 10 bis 47 Grad Celcius
Sie kommen auf rohen Eiern, Eiproduktenrohen Geflügelfleisch,
aber auch auf Fleisch von Säugetieren vor.
Sie können auf Lebensmitteln, in Pflanzen und eingetrocknet für Jahre überleben.
Selbst bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt sterben sie nicht ab.
Abtöten kann man Salmonellen, indem man Lebensmittel
für mindestens zehn Minuten über 70 Grad Celsius erhitzt.

Escherichia coli
Die Coliseptikämie oder Colibacillose ist eine septikämische Infektionskrankheit des Geflügels,
die durch eine Form des Bakteriums Escherichia coli verursacht wird.
Ist auf Menschen und Tiere übertragbar!

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Sprichwort:
"Gebrannte Kinder scheuen das Feuer",
Ich gehöre dazu!

Episode:
Frohburg an einem saukalten 23. Dezember.
Ein Hähnchengrill - Wagen auf dem Marktplatz.
Weit und breit kein Kunde zu sehen.
Der Verkäufer wollte schließen und rief:
"Alle Hähnchen zum halben Preis!"
Wer kann da widerstehen?
Also wurden 2 ganze Hähnchen gekauft.

Zu Hause wurden von uns nur die besten Stücke verzehrt.
Hälse, Gerippe, aber auch das Brustfleisch
wurden an unsere damaligen 2 Hunde verfüttert.

Um den eisigen Temperaturen zu entfliehen,
war erstmals eine Reise über Weihnachten bis ins neue Jahr
südwärts in wärmere Gefilde vorgesehen.
Mit einem Umweg über Prag,
um die Weihnachtsgeschenke für unsere tschechischen Freunde abzugeben.

Der Bus war startklar, am 24. Dezember konnte es los gehen.
Bei der Fahrt aus Prag heraus, auf der s. g. Magistrale,
der vierspurigen Zufahrt zur Autobahn in Richtung Brno (Brünn)
passierte das Malheur.

Unser Rüde BONO, sein Lieblingsplatz war die Rückbank,
machte sich durch die typischen hohen "Fipstöne" bemerkbar.
Um mitzuteilen, dass er ganz dringend kacken musste.

Auf der Magistrale keine Gelegenheit zum Halten
Erst auf der Autobahn kam nach etwa 20 km ein geeigneter Parkplatz.
Aber da war es bereits passiert!

BONO hatte Durchfall, wasserdünn.

Das Auto säubern, eine neue Decke auf die Rückbank,
den bis auf die Hacken bekleckerten Hund abwaschen.

Danach weiterfahren und den Wasserkanister vor die Heizung stellen,
denn auch Hundeärsche lieben kein kaltes Wasser.
Alle paar Kilometer erneut anhalten,
den Hund raus, anschließend das Hinterteil säubern und abtrocknen.

So ging es weiter über die Autobahnen Richtung Innsbruck
über den Brenner nach Italien bis nach Genua.
Als wir die Mittelmeerküste entlang in Richtung Südfrankreich fuhren,
hatte BONO zum Glück das Gröbste überstanden.

Diese stresssige Autofahrt wird mir immer in Erinnerung bleiben!

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Das Fazit:

Da ich selber schon mal an einer "Salmonellenvergiftung" erkrankte,
werden Eier soweit durchgekocht oder gebraten
bis das Eiweiß vollständig geronnen ist und die Dotter der Eier
maximal noch einen weichen Kern hat.

Geflügel, Fleisch und Fisch wird von mir und den Hunden
nur vollständig durchgegart verspeist.

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Damit soll das Thema BARF hier abgeschlossen werden.
Wer es trotzdem nicht lassen kann,
dem sei an dieser Stelle empfohlen, vorher den Rat
eines ernährungsphysiologisch geschulten Experten einzuholen ! ! !

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Exkurs PONNYSCHNEIDEN
Zugabe von Sabine Ilk

Für wen wurde das geschrieben?
oder die Frage anders gestellt, wer sollte das lesen?

Für die TT - Besitzer die ihrem Hund das rassetypische Aussehen,
definiert nach dem FCI - Rassestandard des TT,
geben wollen?

Oder das auch müssen,
weil in ihrem (VDH) Verein dieser Standard die Zuchtgrundlage bildet?

Ich zitiere aus der letzten Version, der von 2017,
die 2018 vom KTR ins Deutsche übersetzt
und vom VDH genehmigt wurde:

... "Der Kopf ist reichlich mit langem Haar bedeckt,
das nach vorne aber nicht über die Augen fällt
und nicht die Fähigkeit des Hundes zu sehen beeinträchtigt" ...


UNSERE Tibet Terrier müssen auch keine Ähnlichkeit
mit einem kleinen Old Englisch Sheepdog aufweisen.
Siehe:
"KURZER GESCHICHTLICHER ABRISS" im vorgenannten Standard.

Sie sollen einfach wie Tibet Terrier aussehen.

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TT - Besitzer, die Bilder ihrer gestylten - dabei bis zur Unkenntlichkeit
kahl geschorenen Tibet Terrier in den sozialen Medien posten.
"Mein Liebling war mal wieder im Hundesalon"!
Die Likes und Kommentare:
"... ach sieht der wieder süß aus ..."

Dieser Personenkreis braucht es nicht zu lesen,
denn an ihren Tibbi's gibt es nach der Anleitung von Frau Ilk
nichts mehr zu schneiden.

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Meine Standpunkt:
Am Tibet Terrier wird nichts geschnitten und schon gar nichts abgeschoren.
Falls das Deckhaar an Pfoten, Bauch und Rücken doch etwas eingekürzt wird,
eine gewisse Länge muss bleiben,
damit überschüssige Unterwolle AUSGEKÄMMT werden kann.

Die von A. K. verwendeten Bilder zeigen doch zur Genüge,
wie ein gepflegter Tibet Terrier aussehen soll.

Wer sich einen Langhaar - Hund zulegt, sollte den Willen haben
das erforderliche Wissen zu erweben,
um diesem die richtige Haapflege zukommen zu lassen.

"... ein Tibet Terrier muss täglich gebürstet werden ..."

Das ist absoluter Unsinn, denn ein Tibet Terrier wird nicht gebürstet,
er wird gekämmt.

Wie oft man das muss, hängt von verschiedenen Faktoren ab.
Zu nennen sind da:
die Textur, das ist die Beschaffenheit des Haarkleides;
die Haarlänge;
ob er viel oder wenig Unterwolle besitzt
und wo er sich gerade herum getrieben hat.

Zum Kämmen benötigt man das richtige Werkzeug!

Ich benutze seit 1991 !!! einen SPRATTS HUNDEKAMM in der Größe 70.
SPRATTS Kämme werden in England hergestellt,
es sind Ganzmetall - Kämme, Messing, verchromt, auch antistatisch beschichtet,
die gut in der Hand liegen.

Die Größe 70 hat die richtige Zinkenlänge
und den richtigen Zinkenabstand zur Haarpflege des Tibet Terriers.

Ein TT ist gründlich durchgekämmt,
wenn ich mit dem Kamm, egal aus welcher Richtung, bis auf die Haut komme.

SPRATTS Kämme gibt es nicht in Zoogeschäften,
einige Anbieter sind im Internet zu finden.
Der Kaufpreis inklusive Versand liegt bei ca. 20 Euro.
Eine Investition, die man ein Leben lang benutzen kann.

Weiteres Werkzeug brauche ich nicht!

Aber zurück zum eigentlichen Thema:
"... bei meinem Hund will ich die Augen sehen ..."

oder das meist gebrauchte Argument

"... der Hund sieht nichts ..."

Ein Tibet Terrier sieht die Bockwurst auf 10 Meter Entfernung!
Denn er verfügt über lange Augenwimpern,
auf die sich die Stirnhaare auflegen.

Ob ursprünglich als Schutz vor Verletzungen;
als Schutz vor UV - Strahlung;
oder als Schutz vor zu grellem Sonnenlicht auf Schneeflächen.
Fakt ist, meine Tibi's mögen keine freigelegten Augen.

Die Tasthaare an der Oberlippe der Schnauze kürzen?
Die langen Barthaare sind nun mal auch ein Rassemerkmal des TT.
Auch der weiße Kinnbart ist rassetypisch
und sollte in der Urform erhalten bleiben.

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Meine Meinung zu den beiden "ZUGABEN"

Unnützes Beiwerk,
für mich genau so interessant,
wie die Wasserstandsmeldungen der Donau in Österreich.

Der Beitrag DIE ANSCHAFFUNG EINES WELPEN
von Frau Ilk findet jedoch meine absolute Zustimmung.

So oder ähnlich sollte der Kauf eines TT ablaufen ! ! !

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